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Immer mehr Rundholz

Rundholzanfall und Produktionspläne passen bald nicht mehr zusammen

Das Jahr 2019 lässt den Waldbesitzern keine Verschnaufpause. Mit dem Orkan Eberhard fegte am 11. März erneut ein Frühjahrssturm über Mitteleuropa hinweg. In Deutschland sollen 1,5 bis 2 Mio. fm angefallen sein, bis zu 2 Mio. fm sind es in Tschechien.

Preis_NSH_02-2019 © Holzkuriergrößer Diese zusätzlichen Schadholzmengen fallen in einer Zeit an, in der die Verarbeiter von rückläufigen Abnahmemengen 2019 ausgehen. Der Druck auf die Nadelschnittholz-Preise wird immer größer. Im Februar blieben die Rundholzpreise in Mitteleuropa noch unverändert. Die Spanne reicht von 74 bis 86 €/fm, wobei das größte Preissplitting derzeit in Österreich zu verzeichnen ist. Das Gros der Käufe bewegt sich zwischen 74 und 86 €/fm. Unterhalb (etwa in Kärnten) und oberhalb (etwa in der Steiermark) gibt es ebenfalls eine Menge Abschlüsse.


Größere Preisrücknahme im 2. Quartal

Für das 2. Quartal bereiten die österreichischen Säger die Waldbesitzer auf eine Rundholz-Preisreduktion um weitere 5 €/fm vor. Schon jetzt liegt das Preisniveau um 10 €/fm unter dem Vorjahr. Dann wären es schon 15 €/fm Differenz. Der Zulieferdruck war im Februar bereits hoch. Hier sei die zügige und vorbildhafte Aufarbeitung der Windwurfschäden in Kärnten und Südtirol sowie der Schneebruchschäden im Alpenvorland erwähnt. In höheren Lagen sollen ebenfalls Schneebruchschäden am gesamten nördlichen Alpenbogen angefallen sein. Diese Einzelbrüche werden sich aufgrund der enormen geografischen Ausdehnung summieren, befürchten bereits einige. Die Mehrmengen könnten auf einen Nadelschnittholz-Markt treffen, der nicht mehr so aufnahmefähig ist wie der letztjährige. Erinnerungen an 2007 (Windwurf und Hochkonjunktur) und 2008 (Windwurf und nachlassende Konjunktur) kommen einem in den Sinn …


Österreichs Einschnitt wuchs kräftig 2019

Die österreichischen Sägewerke schnitten im Vorjahr um bis zu 10 % mehr ein als 2017. Heuer wird ein Wachstum von 0 % und 3 % (Nadelschnittholzkonferenz 2018) erwartet. Die deutsche Sägeindustrie steigerte ihre Produktion 2018 um 1 Mio. m3 auf 23 Mio. m3 (+5 %). Offizielle Stellen erwarteten im Herbst 2018 noch eine stabile Nadelschnittholz-Produktion 2019. Gegenüber dem Holzkurier gaben die führenden deutschen Unternehmen aber Planzahlen an, die heuer eine Steigerung um rund 4 % erwarten lassen.


Mehr oder weniger Einschnitt 2019?

Ob es wirklich zu einer weiteren Produktionssteigerung, einer stabilen Entwicklung oder gar einer Einschnittrücknahme kommen wird, lässt sich derzeit noch nicht eindeutig beantworten. Der deutsche Rundholzmarkt würde einen solchen Mehreinschnitt dringend benötigen. Die Trockenschäden 2018 werden erst ihr wahres Ausmaß zeigen, der eiserne Bestand an Borkenkäfern ist hoch wie kaum jemals zuvor und sowohl die Stürme (bundesweit) als auch das Nassschnee-Ereignis (Bayerischer Wald) schädigten die Wälder. Das Rundholzpreisbild für März war in Bayern und Baden-Württemberg unverändert. Die Preisspanne reicht von 79 bis etwa 86 €/fm für die Hauptschadholz-Menge. Ein eigenes Thema ist in Österreich die Entwicklung beim Faserholzpreis. Hier hat die Plattenindustrie die Preise schon gesenkt. Von der Papierindustrie wird ein Mitziehen erwartet. Wie auch beim Sägerundholz werden die echten Mehrlieferungen dann mit dem Ende der Straßensperren im Mai erfolgen.


Autor: Gerd Ebner
17.04.2019, 14:16 MEZ

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